Zwischen Lernstress und Training

Sebastian Neef

von Sebi Neef - Profi-Triathlet im spoosty pro.tri.team

Übersetzen Sie den folgenden Text ins Deutsche (aus: G. Chaucer’s The Reeve’s Tale):

Aleyn wax wery in the dawenynge

For he had swonken al the longe nyght,

And seyde, “Fare weel, Malyne, sweete wight!”

oder:

Fertigen Sie eine phonetische Umschrift des folgenden Satzes an:

I was smoking a cigarette and looking out at the people, dozens upon dozens of young bodies crammed into the confines of that space, listening to the mingled roar of words and laughter, wondering what on earth I was doing there, and thinking that perhaps it was time to leave.

Schreibtisch

Am Schreibtisch

Mit so etwas schlage ich mich zur Zeit stundenlang rum. Ich sitze an meinem Schreibtisch und mir raucht der Kopf. Eigentlich mochte ich Englisch immer gern. In der Schule und auch im  Studium. Aber jetzt, wo mein Staatsexamen nur noch wenige Tage bevorsteht, könnte ich den ganzen Kram an die Wand schmeißen. Ehrlich! Manchmal krieg ich echt zuviel!

Das mag vielleicht auch daran liegen, dass sich mein Studium jetzt schon ziemlich lang hinzieht. Seit fast zehn Jahren studiere ich jetzt an der Uni Regensburg Sport und Englisch für Lehramt an Gymnasien. Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht nur auf die Karte Profisport setzen werde. Mit Triathlon werden schließlich nur ganz wenige reich; mal von Frodo und einer Handvoll anderer abgesehen.

Sebastian Neef beim Lernen

Studium und Sport

Klar kann man sein Studium kürzer durchziehen, aber nicht wenn man Profi-Triathlet ist. Der Tag hat für mich schließlich auch nur 24 Stunden. Und wer am Tag eben schon fünf, sechs, sieben oder acht Stunden trainiert, dem bleibt nicht mehr viel Zeit zum Lernen oder für Vorlesungen.

Darüber hab ich mich nie beschwert. Ich hab echt gern studiert. Der Ausgleich zwischen körperlicher und geistiger Anspannung war und ist für mich sogar echt wichtig. Nein, das stimmt nicht: Er ist für mich sogar essentiell. Wenn ich fünf Stunden auf der Rolle gesessen bin, dann brauch ich danach etwas, das meinen Geist fordert, sonst werde ich verrückt.

Aber momentan wird’s mir echt zuviel. Denn momentan sieht’s genau anders herum aus. Momentan sitze ich stundenlang am Schreibtisch. Besonders die Übersetzungen und die Phonetik machen mich ganz schön fertig. Da bin ich kognitiv echt am Anschlag. Dann sehne ich die Pausen, in denen ich Laufen gehen darf, herbei.

Sebastian Neef, Triathlon, Challenge Regensburg

Danke Spoosty!

Mein Trainer Nils Goerke hat mir für meine Zeit der Examensvorbereitung einen speziellen Trainingsplan entwickelt, der es mir zumindest möglich macht mein aktuelles Leistungsniveau zu halten. Mehr ist momentan einfach nicht drin. Ein idealer Einstieg in die Saison sieht anders aus.

Und das ausgerechnet vor meiner ersten Saison als Profi-Triathlet im spoosty pro.tri.team. Dass ich mich aktuell voll und ganz auf mein Examen konzentrieren kann verdanke ich vor allem Paetrick, dem CEO von Spoosty. Der hat zu mir gesagt, dass ich mich jetzt erstmal um mein Examen kümmern soll und der Sport zunächst nur an zweiter Stelle steht. Auch wenn das für diese Saison bedeutet, dass ich manche Ziele sicher nicht erreichen werden kann. Nicht mit dieser eingeschränkten Winter-Vorbereitung. Das ist für viele Sponsoren wahrscheinlich undenkbar. An dieser Stelle nochmal: Danke Spoosty!

Jetzt reicht’s!

Ich kann es ehrlich gesagt aber gar nicht erwarten, dass die Lernerei ein Ende hat. Aus zwei Gründen. Erstens kann ich meinen Schreibtisch momentan einfach nicht mehr sehen. Ich bin froh, wenn ich die Nase nicht mehr in Bücher stecken muss. Und zweitens brenne ich darauf endlich mit dem Training voll loslegen zu können. Nächste Woche ist es dann soweit. Dann beginnen die ersten Prüfungen. Endlich.

So, genug geschrieben. Zurück zu Chaucer...

And forth he goth, a twenty devel way,

Unto the bed ther as the mellere lay...


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