Wolfgang Scholz beim Vertical Up

Wolfgang Scholz

von spoosty-Athlet Wolfgang Scholz

Das Wochenende beginnt für mich schon am Freitagmittag. Den Nachmittag nehme ich mir in der Arbeit frei und opfere mal wieder einige Überstunden für den Sport. Erstmal werden unsere beiden Kinder auf zwei Omas verteilt, bevor ich mich mit meiner Frau auf den Weg mache. Mit dem Auto geht’s nach Erfurt.

Wolfgang Scholz

Deutsche Meisterschaft in Erfurt

Nach dreieinhalb Stunden Autofahrt kommen wir an der Leichtathletikhalle in Erfurt an. Dort finden die 19. Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften im Bahnengehen statt. Und damit eines meiner großen Highlights im Sportjahr 2020.

Um 18:40 Uhr fällt der Startschuss über die 3000m. Ich komme ganz gut rein und kann mein Tempo gehen. Die Uhr bleibt nach 16:05,04 Minuten stehen. In meiner Altersklasse M45 bedeutet das Platz 2! Ich bin also Deutscher Vizemeister und damit mehr als zufrieden!

Lange freuen kann ich mich darüber nicht, denn nur ein paar Minuten später sitzen wir schon wieder im Auto und düsen Richtung Regensburg. Um 0 Uhr falle ich müde aber glücklich ins Bett.

Wolfgang Scholz

Kitzbühel calling!

Um 7 Uhr klingelt der Wecker und wir starten nach Kitzbühel. Diesmal haben wir ein bisschen mehr Zeit. Nachdem ich meine Startnummer für den legendären Vertical Up abgeholt habe, bleibt uns noch ein bisschen Zeit für Shopping und Kaffeetrinken in Kitzbühel. Ich kann den Tag genießen und das will ich auch beim Rennen. Denn dieses Rennen ist für mich zwar eine Herausforderung, aber eine, für die ich nicht wirklich trainiert habe. Wegen der Deutschen Meisterschaft am Freitag und der Europameisterschaft, die in zwei Wochen in Portugal auf dem Programm steht habe ich den vergangenen Wochen nur auf der Bahn trainiert, sprich Null Hügel oder Berge.

Um 18:30 Uhr stehe ich dann an der Startlinie. Zum insgesamt fünften Mal bin ich jetzt schon dabei und weiß ziemlich genau, was mich in den nächsten Minuten erwartet. Wer schon mal ein Abfahrtsrennen auf der Streif mit angesehen hat (und sei es auch nur im Fernsehen), der weiß, wie steil und eisig die Abfahrtsstrecke in Kitzbühel ist.

Wolfgang Scholz

Los geht's!

Der Startschuss fällt und viele um mich herum rennen los. Mit der Erfahrung der vergangenen Veranstaltungen und auch weil ich erst 24 Stunden vorher ein hartes Rennen hinter mich gebracht habe, lasse ich es etwas langsamer angehen.

Es hilft aber nicht viel. Ziemlich schnell packt mich dann doch der Ehrgeiz. Aber die Piste ist in diesem Jahr noch ein Stück härter als in den Jahren zuvor. Die 3312 Meter lange Strecke ist zwar gut präpariert aber doch ziemlich vereist. Und irgendwann fangen die Oberschenkel ganz von selbst zu brennen an. Kein Wunder bei 860 Höhenmetern, die wir alle überwinden müssen.

Wolfgang Scholz

Eine Stunde bis ins Ziel

Der schnellste ist in diesem Jahr ein Läufer aus Bayern, der sich erst im Schlussspurt durchsetzen kann: Anton Palzer kommt nach 31 Minuten und 20 Sekunden ins Ziel, bzw. ins Starthaus der Streif. Eine Wahnsinnszeit!

Nach 1 Stunde und 5 Sekunden habe ich es dann auch endlich geschafft. Platz 238 von 336 Startern. Aber wie gesagt: Für mich stand an diesem Tag der Spaß im Vordergrund. Und den hatte ich definitiv.

Zurück