Winterdepressionen / WinterBlues

Herbstbild Blätter nass

Die geliebte graue, nasskalte Jahreszeit ist wieder da. Überall klebrige Blätter, stürmischer Wind und matschige Pfützen. Alle Jahre wieder fiebern wir mit Vorfreude dem Schmuddelwetter entgegen.

Nicht? - Spaß beiseite. Diese kalten, verregneten Herbst- und Wintermonate treffen nur selten auf Begeisterung.

Du kennst das bestimmt auch. Dunkelheit, wenn du zur Arbeit gehst und ebenso das selbe Spiel nach Feierabend. In dieser grauen Jahreszeit werden wir nur spärlich mit Tageslicht und Sonnenstrahlen beschenkt. Kein Wunder also, dass wir uns energielos, niedergeschlagen und müde fühlen. Schlechte Laune ist in dieser ungeliebten Zeit eine weit verbreitete Stimmung. Schließlich passten sich früher - vor der Erfindung des künstlichen Lichts - die innere Uhr und somit auch die Lebens- und Schlafgewohnheiten der Menschen immer an das verfügbare Sonnenlicht an.

Diese Reaktionen sind daher eigentlich ganz normal. Denn durch die verkürzte Tageslicht-Zufuhr produziert unser Körper mehr Melatonin, ein Hormon, dass für die Steuerung unseres Tag-Nacht-Rhythmus zuständig ist. Durch die vermehrte Produktion wird unser Schlaf-Wach-Zyklus irritiert, sodass wir das Gefühl von dauerhafter Müdigkeit nicht wirklich loswerden.

Die Motivation sinkt in jederlei Hinsicht. Der Wunsch, etwas mit Freunden oder der Familie zu unternehmen und die Freude, sich draußen aufzuhalten, nehmen zunehmend ab. Auch die sportlichen Aktivitäten werden größtenteils auf ein Minimum begrenzt. Das morgendliche Aufwachen und Aufstehen wird zu einem langwierigen Prozess. Doch keine Sorge! Mit diesen Gefühlen seid Ihr nicht allein.

Herbstbild heiße Schokolade

Wusstet ihr, dass knapp 60% der Deutschen am sog. Winter-Blues leiden? Also, nicht verzweifeln, wenn ihr euch mal wieder lustlos, energielos und schlecht gelaunt fühlt.

Überwindet euren inneren Schweinehund, packt euch in warme, wetterfeste Klamotten und ab nach draußen ins farbenfrohe, herbstliche Blättermeer. Auch ein grauer Tag verschafft genug Tageslicht, um den Energietank wieder aufzuladen. Keine Zeit während der Arbeitswoche? - Nutzt doch einfach eure Mittagspausen für einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Wenn ihr euch während der Arbeitszeit trotzdem müde fühlt, gibt es spezielle Tageslichtlampen, bei denen ihr warmes Licht einstellen könnt. Dies trägt dazu bei, euch etwas fitter und energiegeladener zu fühlen. Außerdem gibt es genug Möglichkeiten, im Herbst und Winter sportlich aktiv zu werden. Nehmt die sonnigen Tage als Gelegenheit, um neue Energie und Tageslicht zu tanken. Nutzt die grauen, stürmisch verregneten Tage um euch Zeit für euch selbst und eure Liebsten zu nehmen. So könnt Ihr beispielsweise bereits die ersten Weihnachtsbesorgungen erledigen, mal ein Buch zur Hand nehmen, Podcasts anhören, eine neue Serie entdecken oder einfach mal einen Spieleabend mit eurer Familie machen.

Diese Monate haben nicht nur negative Seiten sondern bescheren auch genug Zeit für Erholung und Entspannung, um sich mal wieder auf sich selbst zu besinnen.

Schönen bunten Herbst euch allen und keine Trübsal blasen, der Sommer steht schon fast wieder vor der Tür! ;)

Herbstbild - glückliche Frau wirft Laubblätter

Damit ihr in der bevorstehenden Zeit nicht verzweifelt haben wir hier ein paar Tipps und Tricks für euch:

  1. Bewegt euch an der frische Luft. Selbst bei ungemütlichen Wetter werdet ihr bemerken, wie ihr euch automatisch besser fühlt. Denn auch an solchen Tagen reicht bereits eine halbe Stunde aus, um die Melatoninproduktion zu reduzieren und sich gleich fitter und energiegeladener zu fühlen.
  2. Haltet es für verrückt oder nicht, doch warme, herbstliche rot, orange und gelb Töne helfen, die Stimmung aufzuheitern und haben einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden. Also auf was wartet ihr noch? - Dekoriert eure Wohnung in warmen, herbstlichen Tönen oder erheitert euren Tag durch hübsche Kleidung in Herbstfarben. Setzt eurer Fantasie keine Grenzen!
  3. Sobald es draußen dunkler und kälter wird, neigen wir dazu, ungesunde Sachen wie Schokolade und Plätzchen vermehrt zu konsumieren. In solchen Fällen könnt ihr eurem steigenden Appetit mit frischem saisonalen Obst und Gemüse entgegenwirken. Wer isst nicht gerne eine warme Kürbissuppe, selbstgemachtes Quittengelee, Kartoffeln, Pilze oder einfach einen frisch gepflückten Apfel?
  4. Wenn es draußen kalt ist, neigen wir tendenziell dazu, es drinnen warm und kuschelig zu heizen. Doch Vorsicht! Heizungsluft ist sehr trocken und entzieht unserer Nasenschleimhaut wichtige Feuchtigkeit. Dies kann zu schmerzhaften Entzündungen und Schnupfen führen. Deshalb als Tipp: Stellt eine kleine Schüssel mit Wasser auf euren Heizkörper. Dies dient dazu, die Luftfeuchtigkeit im Raum zu erhöhen. Dennoch solltet ihr regelmäßiges Lüften nicht vernachlässigen.
  5. Trinken, trinken, trinken! Wie das ganze Jahr über, ist es auch im Herbst und Winter sehr wichtig, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. In diesen Monaten hat man den Vorteil, dass man zusätzlich zu den kalten Getränken und Tees auch Flüssigkeit durch Suppen aufnehmen kann. So fällt es oft leichter, den täglichen Bedarf an Flüssigkeit zu decken.

FYI:

Nur in wenigen Extremfällen geht das herbstliche oder winterliche Stimmungstief so weit, dass von tatsächlichen Depressionen - Seasonal Affective Disorder (SAD)- die Rede ist. Diese Phase erstreckt sich bei betroffenen Personen über die ganzen Herbst- und Wintermonate und kehrt mit hoher Wahrscheinlichkeit jedes Jahr wieder zurück. Neben den oben erwähnten Stimmungen können hierbei noch Symptome wie Heißhungerattacken und ein gesteigertes Bedürfnis nach Kohlenhydraten hinzukommen. In solchen Fällen werden oftmals Licht- oder Hormontherapien verordnet.


Wenn ihr euch mehr für die Thematik Winterdepression interessiert, haben wir euch hier einen Link zum nachlesen reingepackt.

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