Vegetarismus

„Alle Vegetarier leiden an einem Mangel”, „Vegetarier machen beim Sport schneller schlapp”, „Vegetarier sind schlanker”, „Wer Fleisch isst verpestet die Umwelt”,...

Ihr werdet euch jetzt bestimmt denken: „Oh ne, schon wieder solche Ernährungs-Apostel” - Aber keine Sorge!

Wer sich schon einmal genauer mit vegetarischer Ernährung beschäftigt hat, weiß sicherlich, wie komplex und vielfältig dieses Thema ist und wie viele unterschiedliche Forschungsansätze und Meinungen dazu existieren. Auf der einen Seite laute Stimmen, die für eine vegetarische Lebensform plädieren und auf der anderen Seite die Gegner, die den ganzen Lebensstil als irrsinnig und völlig überzogen erachten.

Wir wollen euch mit diesem Artikel weder auf einen bestimmten Lebensstil lenken, noch als Verfechter oder Gegner des Vegetarismus auftreten. Um solche Aussagen mit Sicherheit beweisen oder widerlegen zu können, müssten anhand mehrerer wissenschaftlicher Studien die unterschiedlichen Standpunkte zum Thema Vegetarismus untersucht und erläutert werden - was wir weder euch noch uns antun wollen.

 

Gemüse

Unsere Intention ist es, euch mit diesem Artikel einen Überblick über verschiedene Arten vegetarischer Lebensweisen zu geben, ein unvoreingenommenes Gesamtbild über die Thematik zu verschaffen und euch von unseren persönlichen Erfahrungen als Vegetarier zu berichten. Wer sich nach diesem Absatz bereits entschlossen hat, kein Interesse für diese Thematik zu hegen - auch in Ordnung. Ernährung ist ein sensibles Thema, das für viele eine wichtige Rolle im Alltag spielt und oftmals schon eine routinierte, durchgeplante und angepasste Lebensweise ist. Für alle Interessierten - am Ende findet ihr zwei persönliche Erfahrungsberichte und ein leckeres Rezept zum ausprobieren und nachkochen - natürlich vegetarisch. Viel Spaß beim Lesen!

Zunächst einmal waren wir selbst erstaunt, wie viele unterschiedliche Formen vegetarischer Ernährung mittlerweile existieren und dass all dies überhaupt unter dem einen Begriff „Vegetarismus” zusammengefasst werden kann. Um auch euch einen kurzen Überblick über die verschiedenen Arten und deren Gewohnheiten zu geben, haben wir folgende Tabelle für euch:

Bezeichnung Vermeiden von...
Ovo-lakto-vegetarisch ... Fleisch- und Fischprodukten (dies ist meist mit dem Begriff “Vegetarier/in” gemeint)
Lakto-vegetarisch ... Fleisch- und Fischprodukten, Eiern
Ovo-vegetarisch ... Fleisch- und Fischprodukten, Milch und Milchprodukten
Pesco-vegetarisch ... Fleischprodukten
Flexitarisch (regelmäßig vegetarisch) ... ... Fleisch- und Fischprodukten; gelegentlich werden geringe Mengen an Fleisch- und Fischprodukten konsumiert
Rohköstler ... allen tierischen Produkten (Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Honig)
Frutarier/ Frugivoren ... allen tierischen Produkten (Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Honig) sowie von gekochtem und verarbeiteten Lebensmitteln und auch von Gemüse

Frutarier verzehren ausschließlich Früchte, Nüsse und Samen - also pflanzliche Produkte, die keine Schädigung der Pflanze an sich zur Folge haben.
Nüsse

Verrückt oder? Könntet ihr euch ein Leben vorstellen, in dem ihr euch beispielsweise nur von Früchten, Nüssen und Samen ernährt? Wir stellen uns das Ganze extrem schwierig vor.
Falls jemand unter euch ist, der derzeit als Frutarier/in bzw. Frugivor/in lebt oder es schon mal eine Zeit lang versucht hat - meldet euch gerne bei uns und berichtet über eure Erfahrungen aus dieser Zeit. Wir finden das super spannend.

Vegetarier zu sein ist nicht nur eine besondere Ernährungsweise sondern wirkt sich in gewisser Weise auch auf unseren gesamten Lebensstil aus. Gründe, Formen, und Ziele für die Entscheidung zu fleischfreier Kost können hierbei abweichen:

  • Viele versprechen sich davon gesundheitliche Vorteile, wie beispielsweise Vermeidung von Übergewicht, Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes Typ 2 und vieles mehr. Bestätigung hierfür bekommt man mittlerweile aus zahlreichen Untersuchungen. Dennoch gibt es auch etliche Forscher, die sich mit gegenteiligen Annahmen beschäftigen und solche Argumente widerlegen. Wie mit allem also - ein für und wider.

  • Oft liegt es auch einfach nur am persönlichen Geschmack, dass bestimmte Sachen besser schmecken als andere.

  • Ethische und moralische Gründe spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entscheidung zu einem vegetarischen Lebensstil. Wer hierauf besonderen Wert legt, verzichtet in der Regel nicht nur bei der Nahrungszufuhr auf tierische Produkte sondern achtet auch bei Kleidung, Kosmetik, Reinigungsmittel und Co. auf tierfreie Artikel.

  • Klimaschutz und Ressourcenschonung werden oftmals als ökologische Gründe für eine vegetarische Lebensweise genannt.

  • ...und viele weitere Gründe...

Wie ihr unschwer anhand weniger Beispiele erkennen könnt, gibt es zahlreiche verschiedene Gründe, warum sich Menschen für oder gegen einen vegetarischen Lebensstil entscheiden.

Eine Ernährung, bei der man fleischlos lebt, kann - muss aber nicht automatisch - immer gesund sein. Wer als Befürworter solcher Lebensweise seine Nahrung falsch zusammensetzt, kann Mangelerscheinungen und Probleme bei der Resorption und Verdauung von Nährstoffen hervorrufen. Hilfreich zur Inspiration für eine abwechslungsreiche Ernährung sind sogenannte Ernährungs- oder Lebensmittelpyramiden. Sie liefern eine einfache Visualisierung vegetarischer oder veganer Lebensmittelauswahl, oftmals sogar mit Mengenangaben. Hier findest du Beispiele für eine vegetarische und eine vegane Ernährungspyramide.

„Normaler” Vegetarismus, d.h. Verzicht auf Fleisch (und Fisch) ist mittlerweile zu einem Trend geworden, sodass es auch kaum mehr ein Problem darstellt, in Restaurants, Cafes oder Supermärkten vegetarische Kost zu bestellen oder zu kaufen. Menschen mit veganem Lebensstil haben es hiermit noch etwas schwieriger. Selten finden sich Speisen und Getränke aus komplett veganen Produkten auf den Speisekarten in Restaurants oder Cafes. Auch der wöchentliche Lebensmitteleinkauf ist meistens mit einer Fahrt zu speziellen Läden, wie beispielsweise Biomärkten, verbunden und endet dementsprechend teurer.

Was sind eure Erfahrungen? Findet ihr es in Ordnung, dass viele Produkte kostspieliger und meistens auch nur in geringeren Mengen erhältlich sind? - Lasst uns gerne eure Erfahrungen und Meinungen wissen.

Oft gehen mit einer vegetarischen Lebensweise Warnungen für gewisse Mangelerscheinungen einher. Besonders Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Eiweiß und Jod werden häufig als fehlende Nährstoffe aufgezählt und entsprechende Supplemente empfohlen. Doch häufig können solche Mängel durch bewusste Ernährung ausgeglichen werden.

5 Tipps zur Vorbeugung und/ oder Bekämpfung von Mangelerscheinungen:

  • Pflanzliches Eisen - welches durch vegetarische Lebensmittel schwerer im Körper angelangt - kann in Kombination mit Vitamin C-haltigen Lebensmitteln besser aufgenommen werden. Konsumiere eisenhaltige Lebensmittel, z. B. Rote Beete, Vollkornbrot oder Hirse mit beispielsweise einem Glas Orangensaft.

  • Im Winter leiden viele Menschen an einem Vitamin D Mangel. Da das Vitamin in höheren Mengen vorwiegend in tierischen Produkten enthalten ist, solltest du es am ehesten mit Spaziergängen an sonnigen Tagen versuchen. Hierbei reichen bereits 15 Minuten für den vorgesehen täglichen Richtwert. Ein alternatives, pflanzliches Nahrungsmittel mit passablen Vitamin D Gehalt bietet der Steinpilz. Dieser hat aber immer noch einen geringen Wert, im Gegensatz zu Fisch, Fleisch und Milchprodukten.

  • Auch ein Vitamin B12-Mangel kann durch fehlende tierische Produkte hervorgerufen werden. Wer nur auf Fleisch und Fisch verzichtet, kann B12 durch Milchprodukte und Eier erhalten. Wer gar keine tierischen Produkte konsumiert, kann auf Sauerkraut zurückgreifen.

  • Dem berüchtigten Eiweißmangel, der angeblich durch fehlenden Fleischkonsum entsteht, kann durch pflanzliche Produkte wie Bohnen, Nüsse, Kartoffeln und Spinat entgegengewirkt werden. Allerdings sollten, wenn es zum Ernährungsstil passt, zudem eiweißreiche Milchprodukte konsumiert werden, denn rein pflanzliches Eiweiß enthält weniger essenzielle Aminosäuren.

  • Um einen Jodmangel zu vermeiden, sollten Vegetarier zum Kochen vorwiegend jodiertes Speisesalz verwenden.

Da wir weder Spezialisten noch Ärzte für gesunde Ernährung und deren Auswirkung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen sind können wir euch nur von unseren persönlichen Erfahrungen berichten. Wir nutzen die Gelegenheit, zwei Vegetarier in unserem Team zu haben - ovo-lakto-vegetarisch und pesco-vegetarisch - und lassen sie von ihren persönlichen Erfahrungen berichten.

Erfahrungsbericht Pesco-Vegetarier (kein Fleisch):

Seit Februar 2019 - also mittlerweile seit fast zwei Jahren - bin ich nun Vegetarierin. Ausschlaggebend hierfür war eigentlich nichts. Ich wollte es einfach mal ausprobieren. Überraschenderweise habe ich festgestellt, dass ich, als ehemaliger Fleisch- und Wurstliebhaber, diese Art von Lebensmitteln überhaupt nicht vermisse und somit entschieden, weiterhin „tierfrei” zu leben. Und zwar konsequent in allerlei Hinsicht - d.h. auch die Gummibärchen gibts ohne tierische Gelantine.

Da ich nur auf Fleisch, nicht jedoch auf Fisch verzichte, erhalte ich immer noch genügend wichtige Nährstoffe, sodass mein Körper auch ohne Supplemente gut versorgt ist. Ein täglicher Schluck spoosty® schadet natürlich trotzdem nicht ;)

Mein Alltag hat sich insofern verändert, dass ich nun bewusster auf die Begebenheiten z.B. in Restaurants achte. Vor Allem im ländlichen Raum ist es immer noch schwierig, komplett vegetarische Kost zu erhalten. Meistens gibt es als fleischfreie Alternative eben Fischgerichte. Wer jedoch ovo-lakto-Vegetarier ist bzw. einfach keinen Fisch mag, hat hier tatsächlich ein kleines Problem. Die Wahl fällt dann häufig auf ein ursprünglich angedachtes Fleischgericht, bei dem einfach der fleischige Anteil weggelassen wird - meist jedoch zum selben Preis. Hier sind manche Bereiche unserer Gastrobranche tatsächlich noch etwas ausbaufähig. In größeren Städten hingegen ist es mittlerweile kein Problem mehr, beispielsweise einen vegetarischen oder sogar veganen Burger zu bestellen.

In den Supermärkten hat man überhaupt keine Probleme - fleischlose Alternativen sind an allen Regalecken und -enden anzutreffen. Hier ist die Auswahl mittlerweile vielfältig, außergewöhnlich und oftmals sogar regional. Gerne probiere ich auch neue Produkte und erweitere mein Nahrungsmittel-Sortiment mit Neuheiten.

Witzig sind auch die Reaktionen beim ersten Date. Hier kann es schon mal passieren, dass man Aussagen wie „WAS?! - Gar kein Fleisch? Du spinnst ja! Das ist ja nicht gesund” zu hören bekommt. Auch nicht weiter schlimm, schließlich ist jeder sein eigener Herr und man kann immer noch selbst entscheiden, welchen Lebensstil man verfolgen möchte.

Mein Fazit:

Die Entscheidung zum Vegetarismus traf ich grundlos. Einfach mal was neues ausprobieren war die Devise. Bisher lebe ich gerne vegetarisch und habe auch kein Verlangen, diese Einstellung zu ändern. Die Kost ist vielfältig und abwechslungsreich und zudem auch noch lecker. Wer es nicht glauben kann - probiert es doch einfach selbst mal aus. Besonders empfehlen kann ich euch hier mein Lieblingsgericht: Paprika gefüllt mit Couscous und Käse überbacken.

Erfahrungsbericht Ovo-Lakto-Vegetarier (kein Fleisch und kein Fisch):

Die Umstellung auf eine komplett fleisch- und fischfreie Ernährung war für mich überhaupt kein Problem. Da ich mich mit Fisch grundsätzlich mein ganzes Leben lang schon nicht anfreunden konnte, zählt das für mich auch nicht als Verzicht, sondern lediglich als eine persönliche geschmackliche Abneigung. Rundum fleischlos lebe ich nun seit ca. einem Jahr. Man muss aber dazu sagen, dass ich auch vor meiner Zeit als Vegetarierin nicht gerade große Mengen an Fleisch vertilgt habe. Trotzdem hat sich der gänzliche Fleischverzicht erst in meiner Zeit als Studentin entwickelt. Da ich unter der Woche, während ich alleine in meiner Studentenwohnung hauste, nie Fleisch gekauft und zubereitet habe (denn gute Qualität war mir als arme Studentin einfach zu teuer und Tiefkühlkost kam nicht in Frage ;) ) und demzufolge nur ab und an mal am Wochenende bei Mama mit fleischhaltigen Gerichten versorgt wurde, habe ich irgendwann bemerkt, dass Fleisch in meiner täglichen Ernährung keine wichtige Rolle spielt. Festgestellt habe ich außerdem, dass ich mich unmittelbar nach den Mahlzeiten nicht mehr so vollgefressen und träge fühle.

Mein Interesse am Thema Vegetarismus und die Auswirkungen von Fleischkonsum bzw. fleischfreier Kost auf den Körper wuchs, sodass ich versuchte, mir mittels Filme, Serien, Bücher und Blogs ein fundiertes Wissen über diese Thematik anzueignen. Doch wie bereits in der Einleitung des Artikels erwähnt wurde, existieren so viele verschiedene, teils widersprüchliche Studien, Meinungen und Erfahrungen über den Lebensstil und dessen Auswirkungen auf den Körper, sodass man einfach selbst herausfinden muss, was für sich und den eigenen Körper gesund und gut ist.

Mein Fazit:

Jedem das seine und mir das meine. Jeder sollte das Essen, was ihm schmeckt und worauf er gerade Lust hat - ohne zu versuchen, jemand anderem diese Meinung aufzuzwingen.

Meine persönlichen Gründe für den Wechsel zur vegetarischen Ernährung basieren weder auf moralischen noch auf ökologischen Aspekten. Ich habe für mich selbst einfach festgestellt, dass es mir mit dieser Art von Ernährung besser geht und ich mich grundsätzlich fitter fühle. In welchem Ausmaß und ob man sich überhaupt für einen vegetarischen Lebensstil entscheiden kann, muss jeder einzelne für sich selbst herausfinden.

Bisher kann ich mich über keine, durch Vegetarismus verursachten, Mangelerscheinungen beklagen. Ein Shot spoosty® am Tag schadet aber trotzdem nicht. Und falls euch interessiert was ich sonst so den ganzen Tag esse: Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Außerdem vergeht kein Tag ohne Milchprodukte, wie Joghurt oder Käse. Eiweißhaltige Produkte sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil meiner fleischlosen Ernährung. Und damit es nicht zu gesund wird - Schokoladeee als kleiner Snack für zwischendurch.

Tipp: Generell könnt ihr alle Rezepte zu einer fleischfreien Mahlzeit abwandeln. Ihr werdet staunen, wenn ihr feststellt, dass es oftmals sogar besser schmeckt.

Und nun noch unser ganz persönlicher Geheim-Tipp für eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung:

Vorsicht - Produktplatzierung!

Spoosty®! - Stärkt euer Immunsystem, fördert eure Abwehrkräfte, schenkt euch Energie und enthält jede Menge Vitamine und Mineralstoffe, die an der täglich empfohlenen Dosis bemessen sind. So habt ihr alles in einem Schluck vereint - bereits trinkfertig,  einfach in der Handhabung und lecker im Geschmack. Na? Interesse geweckt? - Überzeugt euch doch einfach selbst.

Hier findet ihr unser Produkt im Online-Shop.

Last but not least:

Unsere Rezeptempfehlung, nicht nur vegetarisch, sondern sogar Low Carb: Brokkoli-Cheese-Nuggets.

Das Rezept findet ihr hier zum downloaden und auf unserem Instagram-Kanal.

Zurück