Spoosty goes Dubai

Burj Kalifa, Dubai

Da sitzen wir zwei also auf dem Münchner Flughafen und warten auf unseren Flieger nach Dubai. Paetrick, unser Geschäftsführer, war da schon mal. Im Urlaub. Ich nicht. Irgendwie hat mich Dubai bisher nicht wirklich interessiert. Jetzt also eine Geschäftsreise in die Vereinigten Arabischen Emirate. Was uns da wohl erwartet? Paetrick meint, dass ich aus dem Staunen nicht mehr rauskommen werde. Wolkenkratzer, Luxusautos und all der Kram. Bin ja mal gespannt. Auch auf die Messe, wegen der wir nach Dubai fliegen: die Arab Health. Die größte Gesundheitsmesse für den nahen Osten und Nordafrika. Wir wollen Partner finden, die uns helfen spoosty in der Golfregion auf den Markt zu bringen.

 

 

World Trade Center Dubai

Natürlich haben wir den Trip gewissenhaft vorbereitet. Termine gemacht, uns über den Markt und Vertriebsmöglichkeiten informiert und Kontakte im Vorfeld geknüpft. Trotzdem habe ich keine Ahnung was uns erwartet.

Nach fünfeinhalb Stunden Flugzeit sind wir in einer anderen Welt. Nicht nur, weil es angenehme 20 Grad hat; und das abends um acht. Von unserem Hotelzimmer aus haben wir den perfekten Blick auf das Wahrzeichen Dubais, das Burj al Arab-Hotel. Schnell ein paar Fotos machen und nach Hause schicken. Aber dann mal schnell ins Bett. Schließlich wartet der erste Termin schon um 6:30h am nächsten Morgen auf uns.

Der Wecker klingelt um 5 Uhr. Das wäre an sich ja schon früh. Bedenkt man die drei Stunden Zeitverschiebung, dann ist das 2 Uhr in der Früh deutscher Zeit. Hilft ja nichts. Wir sind ja schließlich zum arbeiten da.

Matthias Walk, Paetrick Arndt, Burj Khalifa, Dubai

Anders als gedacht

Bei unserem ersten Meeting schau ich mich verwundert um. Aus zwei Gründen: erstens treffen wir viele Frauen; also nicht so, wie ich im Vorfeld gelesen habe, dass Frauen in Business-Kreisen im nahen Osten wenig zu sagen haben. Ganz im Gegenteil: Ich werde die ganze Woche über auf starke und selbstbewusste Frauen treffen. Und zweitens, weil ca. 80 Prozent der Menschen, mit denen wir hier geschäftlich zu tun haben aus Indien oder Pakistan stammen. Da kommt mir eine Zahl in den Kopf, die ich gelesen hatte: acht Millionen Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate sind Ausländer; bei einer Gesamtbevölkerung von zehn Millionen. Ich beginne zu verstehen, was das bedeutet.

Erste Erfahrungen

Vier Stunden später sitzen wir im Taxi zur Messe. 4500 Aussteller warten auf uns. OK, vielleicht wartet ja nicht jeder gerade auf uns; aber ganz schön viele, wie wir sehr schnell feststellen werden. Auf dem Weg zur Messe komme ich aus dem Staunen wirklich nicht raus, so wie Paetrick vorhergesagt hat. Zum einen weil wir tatsächlich an beeindruckenden Wolkenkratzern und Luxus-Autohäusern vorbeirauschen und zum anderen, weil in Wohngegenden etwa alle 100 Meter eine Apotheke zu sehen ist. Sind die hier alle ständig krank?

Apotheken so weit das Auge reicht...

Die Antwort bekomme ich sehr schnell auf der Arab Health. Ein Vertreter einer Apotheken-Kette mit über 40 Filialen allein in Dubai erklärt mir, dass die Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein ziemlich unnatürliches Leben leben. Wie sieht das aus frage ich ihn? Die Antwort: Die Menschen leben in klimatisierten Häusern, fahren in klimatisierten Autos in ein klimatisiertes Büro und am Abend den gleichen Weg zurück. Nach draußen, in die Natur, ans Tageslicht und an die frische Luft geht hier nur, wer unbedingt muss. Kein Wunder, dass 90 Prozent der Bevölkerung an Vitamin-Mangel leiden. Und deswegen gibt es in den unzähligen Apotheken auch eine riesige Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln. So wie auch auf der Messe. Hier gibt’s Präparate für alles und alle: für schwangere Frauen, für spätgebärende Frauen, für junge Männer, für alte Männer, für Kinder, für Jugendliche. Es gibt Vitamin C-Pillen, Aminosäuren-Komplexe, Magnesium-Pulver und und und. Der freundliche Mann von einer der größten Apotheken-Ketten erzählt mir stolz, dass in seine 44 Filialen in Dubai pro Jahr ca. 10 Millionen Kunden kommen um sich mit Präparaten zu versorgen. Und dann gibt es noch drei andere Apotheken-Ketten. Wahnsinn!

Matthias Walk, Paetrick Arndt, Arab Health, Dubai

Spoosty für Dubai

Als wir mal ein paar Stunden Leerlauf haben schauen wir uns in einer Apotheke um. Es stimmt tatsächlich: Medikamente spielen dort kaum eine Rolle. Es geht nur um ein Thema: Gesundheit in Tablettenform. Spätestens da verstehe ich warum alle Menschen auf die wir in unseren sechs Tagen in Dubai treffen, ganz große Augen kriegen, wenn ich ihnen von Spoosty erzähle. Die Reaktionen sind immer die gleichen: Erst ist da eine Menge Ungläubigkeit: "Ein Produkt für alles? Und nicht in Tabletten- form? Gibt’s doch gar nicht.” Doch gibt’s tatsächlich. Und deswegen treffen wir auf viele interessante Geschäftspartner, die ein großes Interesse an Spoosty haben.

Burj Al Arab Hotel

Sport in Dubai

Am letzten Tag unseres Trips raffe ich mich in der Früh auf und gehe zum laufen. Natürlich (möchte man sagen) gibt es hier direkt am Meer eine eigens angelegte kilometerlange Laufbahn mit federndem Boden. Echt nicht schlecht. Das erstaunliche aber ist wie viele Menschen an diesem Freitag (dem freien Tag in der arabischen Welt) sich hier über diese Bahn schleppen. Ein Querschnitt der Bevölkerung. Keine Supersportler, sondern die Menschen, die die ganze Woche über einfach zu wenig Zeit für Sport und gesundes Leben haben und die jetzt von ihrem schlechten Gewissen in die Laufschuhe getrieben werden.

Spätestens da bin ich mehr sehr sicher, dass es Spoosty bald nicht nur in den Vereinigten Arabischen Emiraten geben wird, sondern in ganz vielen Staaten der Golfregion.

Fazit

Auf dem Rückflug, irgendwo über dem Irak, kehren meine Gedanken zum Anfang unserer Reise zurück. Und mir wird klar, dass Paetrick recht hatte. Ja, ich bin aus dem Staunen nicht rausgekommen. Aber das lag nur zum Teil an den Wolkenkratzern und Luxus-Schlitten. Es lag aber auch daran, dass mich auf dieser Reise viele Dinge total überrascht haben. Trotz gewissenhafter Vorbereitung. Man kann sich manche Dinge eben nicht anlesen. Manche Dinge muss man erleben.

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