Mein langer Weg zum Triathlon… Teil 2

Matthias Walk

von Matthias Walk, PR und Öffentlichkeitsarbeit bei Spoosty

Im Herbst 2016 war ich mächtig stolz auf mich. Ich hatte den ganzen Sommer über ein Ziel, auf das ich hintrainiert habe und dem ich Vieles untergeordnet hatte, erreicht. Und: Ich hatte inzwischen 18 Kilo abgenommen und meinen ersten offiziellen Lauf hinter mich gebracht. Und jetzt? Jetzt brauchte ich ein neues Ziel! Laufen hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Also hab ich probiert jede Woche ein Stückchen länger zu laufen. Erst sieben, dann acht, dann zehn Kilometer.

Matthias Walk

Neue Ziele

Als neues Ziel hatte ich mir einen Halbmarathon gesteckt. Wenn ich den ganzen Winter über fleißig weiter laufe, so habe ich mir gedacht, dann sollte das im Frühjahr kein Problem sein. Das Schöne war in dieser Zeit: Ich hab mich bei meiner Ernährung nicht mehr großartig einschränken müssen und habe trotzdem weiter abgenommen. Das hatte nur einen negativen Nebeneffekt: Ich habe alle meine Klamotten irgendwann wegwerfen können. Alles war einfach zu groß geworden. Auch wenn das Shoppen Spaß gemacht hat: Das ging ganz schön ins Geld.

Meine alten Klamotten habe ich allesamt weggeworfen. Nur eine Hose habe ich mir aufgehoben - als Erinnerung sozusagen. Und ein knappes halbes Jahr nach meiner Lebensumstellung hat diese Hose für mich und meinen Sohn gereicht…

 

Strich durch die Rechnung

Ende November ist es dann passiert: Bei einem längeren Lauf habe ich einen Stich in der Wade gespürt. Diagnose: Muskelfaserriss. Mindestens sechs Wochen Pause meinte mein Arzt. Verdammt! Aber aus heutiger Sicht musste das ja irgendwann passieren. Ich bin schließlich nur gelaufen, hab mich danach nur sehr sporadisch gedehnt und so etwas wie Kräftigungs- oder Stabiübungen kannte ich nicht. Die Angst davor wieder zuzunehmen war riesengroß. Aber mein Arzt hatte eine Idee: “Geh doch Schwimmen! Das kannst du mit deiner Verletzung relativ einfach machen.”
Schwimmen? Puh… War ich seit Jahren, ach Quatsch, seit Jahrzehnten nicht mehr. Seit dem Sportabitur 1995. Immerhin konnte ich mich noch an einige rudimentäre Technikanweisungen unseres damaligen Lehrers erinnern. Also: Zehnerkarte für’s Hallenbad gekauft und los gings. Das Schöne beim Schwimmen ist: Wenn man damit anfängt, dann wird man ziemlich schnell besser, bzw. schneller. Erst recht, wenn man viermal in der Woche im Wasser ist. In erster Linie war ich aber froh etwas gefunden zu haben, das es mir ermöglicht meinen Bewegungsdrang weiter ausleben zu können.

Matthias Walk

Triathlon? Warum nicht...

Zwischen Weihnachten und Silvester hatte ich dann Urlaub. Und wie das so ist, wenn man zu viel Freizeit hat, dann kommt man auf die wildesten Gedanken. Ich weiß echt nicht mehr, wann ich zum ersten Mal auf den Gedanken mit dem Triathlon kam. Aber der Gedankengang war so: “Laufen geht ja schon ganz gut. Und das mit dem Schwimmen klappt auch ganz ordentlich. Radfahren kann so schwer nicht sein. Also warum sollte ich keinen Triathlon machen?”

Noch hab ich mich mit dem Gedanken aber zurückgehalten und es niemandem erzählt. Erst nach etwa drei Wochen hab ich darüber geredet. Meine Frau hat mich anfangs ziemlich entgeistert angeschaut.

Anfang Februar bin ich dann losgezogen und habe mir ein Rennrad gekauft. Trainingspläne oder so etwas gab’s nicht. Warum auch? Ich hatte einfach Spaß daran zu trainieren. Und außerdem: Um Zeiten oder Platzierungen ging’s mir sowieso nicht. Zwei Dinge haben mich von Anfang an am Triathlon fasziniert. Zum einen: Es gibt wohl keine coolere Sportart! Wenn man anderen Menschen erzählt, dass man Triathlet ist, dann ist die Reaktion fast immer die gleiche: Echt? Cool!

Und zum anderen hab ich ziemlich schnell festgestellt, dass mir die Abwechslung im Training wahnsinnig Spaß macht. Keine Lust zum Laufen? Dann geh Radfahren? Es regnet? Dann ab ins Wasser! Ausreden gib’s keine!

Matthias Walk

Erstes Rennen

Jetzt habe ich aber ein neues Ziel gebraucht. Wann und wo soll ich meinen ersten Triathlon machen? Mir war klar, dass ich so schnell wie möglich irgendwo mitmachen will. Armin Wolf, ein alter Freund von mir, der auch Triathlon macht, hat mir einen Tip gegeben: "Fang doch in Weiden an. Da wird in einem Becken geschwommen, das macht’s erst mal leichter." Also hab ich mich in Weiden angemeldet.

Ich war ganz schön aufgeregt, das kann ich euch sagen. Meine ganze Familie ist zum Rennen mitgekommen. Das Schwimmen war aber kein Spaß. Aufgeteilt in mehrere Startgruppe gingen wir in den Bahnen an den Start. Zehn Schwimmer pro Bahn. Ziemlich doof, wenn ihr mich fragt. Da schwimmen zehn Leute gleichzeitig pro Bahn los. OK, nach zwei, drei Bahnen entzerrt sich das Ganze. Als ich nach 500m aus dem Becken raus bin, waren da nicht mehr viele Athleten im Becken. Egal. Weiter. Die Radstrecke war brutal einfach. Nur flach. Und auch die Laufstrecke war ziemlich easy. Zwei mal um einen Weiher rum. Nach 1:17h war ich im Ziel und mächtig stolz auf mich. Jetzt durfte ich mich einen Triathleten nennen!  

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Zwei mal Regensburg

In diesem Jahr habe ich gleich noch zwei weitere Rennen gemacht. Beim Regensburger Triathlon habe ich die Sprintdistanz gemacht. Und das war für mich ein ganz besonderes Rennen. Schließlich hatte ich die Veranstaltung jahrelang als Moderator begleiten dürfen. Damals hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich einmal selbst einer dieser Irren sein werde, die da durch die Gegend hetzen. Besonders gestaunt hat Guido Lengfellner, der die Veranstaltung früher mit mir gemeinsam moderiert hat. Vom ihm namentlich begrüßt und angefeuert zu werden war super.

Nur eine Woche später hab ich dann auch noch im Rahmen der Challenge Regensburg beim Einsteigertriathlon mitgemacht. Mitten in der Stadt, direkt vor dem Dom ins Ziel zu laufen war schon etwas ganz Spezielles. Erst recht, wenn man unter den Ersten ist, die ins Ziel kommen...

Matthias Walk

Erste Kurzdistanz

In diesem Sommer hatte ich Blut geleckt. Triathlon war genau meins! Ich hatte Blut geleckt und wollte mehr! Nächstes Ziel: Olympische Distanz!

Ein Jahr später hab ich in Kallmünz meine erste Kurzdistanz gemacht. Es hat zwar auf der Radstrecke zu regnen angefangen und auch bis zum Schluss nicht aufgehört. Das war mir aber egal! Ich kam unter drei Stunden ins Ziel und war überglücklich. Mit meinen Kindern ins Ziel zu laufen war genial.

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Vorher - nachher

Triathlon hat mein Leben völlig verändert. Nicht nur körperlich. OK, ich wiege heute 82kg und das sind ungefähr 25kg weniger als früher, aber es ist vor allem ein ganz anderes Lebensgefühl. Ich habe mehr Energie und Lust auf's Leben.

Ob ich jemals eine Mitteldistanz oder sogar eine Langdistanz machen werde, weiß ich heute noch nicht. Das ist für mich auch gar nicht entscheidend. Mir macht der Sport einfach Spaß! Viel schneller werde ich wahrscheinlich nicht werden. Schließlich werde ich auch nicht jünger mit meinen 44 Jahren…

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