Kein IRONMAN-Weltmeister 2020

Matthias Walk

von Matthias Walk

Das lange Warten hat ein Ende: Mit der Verschiebung der IRONMAN-Weltmeisterschaft von Oktober 2020 auf Februar 2021 ist zumindest die Unwissgewisshiet der Gewissheit gewichen. Lange hatten sich die Macher des wichtigsten Rennens der Welt Zeit gelassen mit ihrer Entscheidung. Am Ende blieb ihnen nichts anderes übrig als das Rennen im Oktober aufzugeben. Zu gering die verbliebene Zeit um noch Qualifikationsrennen stattfinden zu lassen. Blieb also noch die Frage: streichen oder verschieben?

Die neuen Eigentümer haben sich für Letzteres entschieden. Aus ihrer Sicht wahrscheinlich sogar nachvollziehbar, denn warum sollten sie nicht zwei Rennen durchführen anstelle von nur einem. Doppelte Starter, doppeltes Geld, doppelter Gewinn? Ganz so einfach wird es wahrscheinlich nicht sein. Gerade viele Altersklassenathleten werden sich mehr als zweimal überlegen, ob sie innerhalb von acht Monaten zweimal nach Hawaii reisen werden, um sich auf Big Island zu quälen. Zum einen, weil der Trip nach Kona nicht gerade billig ist und zum anderen, weil das bedeuten würde ein Jahr lang voll durchzuziehen - ohne große Pausen oder Regenerationsphasen. Keine allzu verlockende Aussichten, wenn ihr mich fragt. Von daher glaube ich persönlich nicht, dass beide Rennen auf ähnliche Startzahlen kommen werden wie in den vergangenen Rennen. Es könnte aber auch sein, dass manche Athleten jetzt ihre Chance wittern, sich den großen Traum von Hawaii zu erfüllen, wenn die Qualifikationshürden eventuell niedriger als sonst sind. Schwer zu sagen…

Roman Deisenhofer

Für viele Triathletinnen und Triathleten ist mit der Verschiebung zwar klar, dass es im Jahr 2020 keinen Saisonhöhepunkt im Oktober geben wird, aber wann es mit Rennen weitergeht weiß trotzdem keiner. Das bringt natürlich eine ganze Menge Probleme mit sich. Anfangen bei der Frage der Trainingssteuerung, über logistische Probleme (wann gibt es wo welche Quali-Rennen) bis hin zu so banalen Dingen wie es im Winter in Europa überhaupt möglich sein wird anständig zu trainieren.

Roman Deisenhofer vom spoosty pro.tri.team findet die Entscheidung jedenfalls sehr gut: “Ich hab mit meinem Trainer auch schon einen groben Plan besprochen. Die Ungewissheit hat jedenfalls ein Ende. Ich begreife 2021 als große Chance. Jetzt heißt es: Ab an die Arbeit, denn die Konkurrenz schläft nicht!” Letztendlich ist es mit dieser Entscheidung wie mit allem im Leben: Man muss versuchen das Beste daraus zu machen. Jammern und Wehklagen hat noch nie etwas genützt.

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