Ist Hühnersuppe tatsächlich ein wirksames Mittel gegen Erkältungen?

Hühnersuppe, Teller

Schnupfen, Husten und von Halsschmerzen geplagt. Wir alle kennen diese lästigen Erkältungen. Sie sind meistens harmlos und verschwinden auch innerhalb weniger Tage wieder. Doch während dieser Zeit sind es dennoch unzählige unangenehme Stunden (meist ca. eine Woche), die wir durchstehen müssen.

Hühnersuppe soll hierbei, nach Omas Hausmittel, eine heilsame Wirkung haben - doch woher kommt diese Annahme eigentlich und handelt es sich nur um einen Mythos oder gibt es tatsächlich einen wissenschaftlichen Beweis für eine wirksame Behandlung mit Hilfe von Hühnersuppe? - Wir forschen für euch nach.

Bislang wurde die Wirkung von Hühnersuppe nur in Laborexperimenten untersucht, d.h. eine Studie über die Wirksamkeit bei Menschen fehlt bisher gänzlich. Bei den Laborversuchen wurde festgestellt, dass die Suppe im Reagenzglas die Beweglichkeit bestimmter weißer Blutkörperchen, die bei der Entstehung von Entzündungen als Mit-Verursacher gelten, hemmt. Durch diesen entzündungshemmenden Vorgang könnten potenzielle Erkältungssymptome abgeschwächt werden. Einen Beweis für diesen Hergang im Körper des Menschens gibt es jedoch bisher nicht.

Dennoch gibt es unterschiedliche Theorien, welche Wirkungen die Suppe auf die Genesung des Menschen haben könnte:

  1. Der Dampf der heißen Suppe befeuchtet unsere Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich, sodass dadurch die Entzündungen abschwellen können. Das freisitzende Schleimsekret wird verdünnt und kann sich so besser lösen.

  2. Erkältungsviren sind sehr temperaturempfindlich. Durch die heiße Suppe kann so die Vermehrung teilweise gehemmt werden.

  3. Da besonders in Erkältungsphasen die ohnehin schon gereizten Schleimhäute leicht austrocknen können, hilft die Flüssigkeit, gegen solche Austrocknungen vorzubeugen.

  4. Im Hühnerfleisch stecken Eiweißbausteine wie Cystein oder Carnosin, die als Antioxidantien wirken, entzündungshemmend sind und zudem als Schutz der Körperzellen dienen. Hinzu kommt jede Menge Zink, gebunden an den Eiweißbaustein Histidin.
    Tipp für alle Vegetarier und Veganer: Linsen, kombiniert mit Brokkoli, weisen diese guten Eigenschaften ebenso auf.

  5. Die Gemüseeinlage in der Suppe bietet einen weiteren Vorteil. Denn Möhren und Sellerie beispielsweise bestehen aus reichlich sekundären Pflanzenstoffen.
    FYI: Sekundäre Pflanzenstoffe kommen von Natur aus in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten und fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut vor und sind verantwortlich für deren Farbe und Aroma. Es gibt insgesamt ca. 100.000 verschiedene davon, aber lediglich rund 10% sind in der menschlichen Nahrung vorzufinden. Sie dienen primär zur Abwehr von Fressfeinden, Schutz vor UV-Strahlen und helfen bei der Bestäubung und Verbreitung von Früchten und Samen. Die Mehrzahl bilden unterschiedliche gesundheitsfördernde Wirkungen aus. So senken Flavonoide beispielsweise das Risiko für bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Vegane Hühnersuppe

Unser Fazit:

Die Hühnersuppe als Wunderheilmittel ist wohl doch ein bisschen weit hergeholt. Generell gilt jedoch, dass Suppen beispielsweise mit bzw. aus Gemüse und speziellen Gewürzen eine unterstützende Wirkung bei der Genesung haben können. Auf welche Art von Suppe die Wahl schlussendlich fällt, ist den eigenen Vorlieben überlassen. Wichtig ist nur, die Suppen frisch zuzubereiten, denn Instant-Packungen verfehlen meistens den gewünschten Effekt.

Wir haben für euch eine vegetarische Alternative zur Hühnersuppe ausprobiert.

Unser Resultat: sehr lecker und einfach zum nachmachen.

Das Rezept findet ihr hier zum downloaden.

Auch ein Video für die Zubereitung haben wir euch auf unserem Instagram-Kanal zur Verfügung gestellt. Schaut also einfach Vorbei.


Viel Spaß damit und guten Appetit! :)

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